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Was ist Mulhoe? Die Geschichte von Koreas eiskalter Fischsuppe

Rund um Mulhoe · Sokcho Hangari Mulhoe

Was ist Mulhoe? Die Geschichte von Koreas eiskalter Fischsuppe

Wenn Sie im Sommer nach Sokcho kommen, dauert es nicht lange, bis jemand sagt: „Lass uns Mulhoe essen gehen.“

Doch erstaunlich wenige wissen, woher diese eiskalte, süß-säuerliche, leicht scharfe Suppe mit rohem Fisch eigentlich stammt. Wir erklären es unseren Gästen ziemlich oft – und viele sagen hinterher, dass sie anders schmeckt, wenn man die Geschichte kennt.

Hier ist sie also.

Ein Gericht, geboren auf dem Fischerboot

Mulhoe geht zurück auf den Arbeitsalltag der Fischer an der Ostküste Koreas.

Für die Besatzungen, die vor Sonnenaufgang ausliefen, war das große Problem das Essen. Auf einem Boot lässt sich kaum ein Feuer machen – auf den Holzbooten früherer Generationen schon gar nicht – und auf engstem Raum Reis zu kochen, während die Wellen unter einem rollen, ist keine Kleinigkeit.

Also improvisierten sie. Ein Stück vom frischen Fang direkt in eine Schüssel schneiden, Gochujang (fermentierte Chilipaste) oder Doenjang (koreanische Sojabohnenpaste) einrühren, kaltes Wasser darauf – und austrinken.

Kein Feuer, kaum Abwasch und vor allem: schnell. Man konnte die Schüssel mit einer Hand zum Mund führen und mit der anderen weiterarbeiten.

Der Name sagt es ganz nüchtern: mul (Wasser) + hoe (roher Fisch) – roher Fisch, mit Wasser gegessen.

Aus der rauen Bordmahlzeit ist das Aushängeschild der Ostküste geworden, mit Warteschlangen vor der Tür im Sommer. Gerichte überleben nie ohne Grund – und bei Mulhoe war der Grund schlicht: Es schmeckt.

Bei so frischen Zutaten kein Wunder

Denken Sie einmal darüber nach: Ein Fischer isst Fisch, den er vor wenigen Minuten gefangen hat. Kein Restaurant der Welt kann das an Frische überbieten.

Genau deshalb holen wir unsere Meeresfrüchte bis heute im Morgengrauen direkt bei befreundeten Fischern ab. Bei Mulhoe ist die Frische der Geschmack.

Was den Sokcho-Stil besonders macht

Mulhoe isst man entlang der gesamten Ostküste, aber die Stile unterscheiden sich von Region zu Region erheblich. Gleicher Name – und doch fragt man sich beim Probieren, ob das wirklich dasselbe Gericht ist.

Sokcho und die Küste von Gangwon

Tintenfisch und roher Fisch, übergossen mit einer süß-säuerlichen Gochujang-Brühe.

Das entscheidende Merkmal ist das Scherbeneis. Die Brühe wird im Voraus zubereitet, eiskalt heruntergekühlt und mit Eis serviert, sodass die Temperatur bis zum letzten Bissen hält.

Fest dazu gehört auch die Tradition, erst dünne Nudeln und dann Reis hineinzugeben. Man isst nicht nur den Fisch – erst kommen die Nudeln, dann der Reis. Eine Schüssel, drei verschiedene Erlebnisse.

Pohang (Provinz Gyeongsangbuk-do)

Hier hat die ältere Methode überlebt: Reis mit dem Fisch vermengen und erst dann Wasser angießen. Eine dicke Gochujang-Würze dominiert; die Paste steht im Vordergrund, nicht die Brühe. Dichter und kräftiger als die Sokcho-Version.

Jeju

Völlig anders. Die Brühe basiert hier auf Doenjang, mit Riffbarsch oder kleinem Kalmar – die berühmten Jari-Mulhoe und Hanchi-Mulhoe.

Sojabohnenpaste statt Chilipaste verändert Farbe und Geschmack komplett: herzhaft-mild und nussig. Blätter des koreanischen Bergpfeffers fürs Aroma sind eine weitere Spezialität von Jeju.

In Sokcho entscheidet die Brühe

Das Herz des Sokcho-Stils ist die Brühe. Im Voraus zubereitet, eiskalt gekühlt und mit Scherbeneis aufgegossen.

Deshalb trinkt man sie bis zum letzten Tropfen aus – und deshalb schmeckt der letzte Löffel Reis so gut.

Das ist auch der Grund, warum wir auf dem Tontopf bestehen – dicke Keramik hält die Kälte fest, bis ganz zum Schluss.

Warum im Sommer?

Die kalte Brühe kühlt den erhitzten Körper herunter, und die säuerliche Note weckt den erschlafften Appetit.

Deshalb schmeckt eine Schüssel Mulhoe so unvergleichlich an einem trägen Nachmittag nach dem Baden oder wenn man verschwitzt vom Berg herunterkommt. Es ist genau das, wonach der Körper verlangt, wenn er etwas Kaltes will.

Eigentlich aber ein Gericht fürs ganze Jahr

Viele halten Mulhoe für ein reines Sommeressen. Ist es nicht.

Viele Einheimische in Sokcho essen Mulhoe morgens – als Katerfrühstück. Die kalte Brühe beruhigt den Magen, besonders am Morgen nach einem feuchtfröhlichen Abend. Auch deshalb öffnen wir schon um 9 Uhr.

Und etliche Stammgäste schwören auf Winter-Mulhoe. Etwas Eiskaltes in einem gut geheizten Raum zu essen – ein Vergnügen, das offenbar nur Eingeweihte kennen. Im Winter setzt der Fisch zudem mehr Fett an, was ihn oft noch besser schmecken lässt.

Was geblieben ist

Das heutige Mulhoe hat mit der Bordmahlzeit von damals nicht mehr viel gemein. Die Brühe ist verfeinert, die Zutaten sind vielfältiger, die Gefäße schöner.

Das Wesentliche aber ist unverändert: die frischesten Zutaten, so kalt wie möglich, so erfrischend wie möglich.

Mehr tun wir hier im Grunde auch nicht. Wir nehmen das Beste von dem, was unsere Fischerfreunde am Morgen bringen, gießen eine über Jahre verfeinerte Brühe darüber und servieren alles im Tontopf.

Mulhoe probieren in Sokcho

Sokcho Hangari Mulhoe macht Mulhoe nach Sokcho-Art, direkt am Strand von Sokcho.

Serviert wird bei uns im eigens angefertigten Hangari, dem traditionellen Tontopf – das ist unsere Handschrift. Der dickwandige Topf speichert die Kälte weit länger als eine gewöhnliche Schüssel.

Wir liegen 3 Gehminuten vom Express-Busterminal Sokcho entfernt und haben einen sehr großen Parkplatz. Und weil der Strand direkt hinter dem Haus liegt, können Sie nach dem Essen gleich spazieren gehen oder baden.

Speisekarte und Preise · Anfahrt

Sie probieren Mulhoe zum ersten Mal? Dann lesen Sie auch unseren Guide für Mulhoe-Einsteiger – allein die richtige Reihenfolge macht es spürbar besser.

Direkt am Strand von Sokcho · 3 Gehminuten vom Express-Busterminal · großer kostenloser Parkplatz

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