Aufstieg zum Ulsanbawi — 808 Stahlstufen, vier Stunden hin und zurück, und wie hart es wirklich ist
Reise nach Sokcho · Sokcho Hangari Mulhoe

Aus dem Fenster im dritten Stock unseres Lokals schauen wir jeden Tag auf den Seoraksan.
Am meisten fällt der Ulsanbawi auf: sechs Granitgipfel in einer Reihe wie ein Wandschirm. Einmal gesehen, vergisst man ihn nicht.
Normalerweise schicke ich Gäste zur Seilbahn. Aber hin und wieder sagt jemand:
„Ich würde eigentlich gern richtig laufen.“
Für die ist dieser Text.
Zuerst ehrlich: Wie hart ist es?
„Wie anstrengend ist das?“ ist die Frage, die mir ausländische Gäste am häufigsten stellen. Also beantworte ich sie zuerst.
| Strecke | Rund 7,6 km hin und zurück ab Sogongwon (3,8 km je Richtung) |
| Dauer | Etwa 4 Stunden; gemütlich 5 |
| Gipfel | Etwa 873 m über dem Meer |
| Schwierigkeit | Die ersten zwei Drittel sind mild — der letzte Kilometer besteht nur aus Treppen |
So sieht es aus.
Die ersten zwei Kilometer sind ein sanfter Waldweg, und Sie werden denken: einfacher als erwartet. Dann passieren Sie den Heundeulbawi, die Stahltreppen beginnen — und hören bis oben nicht mehr auf.
808 Stufen. Jemand hat sie gezählt.
Nichts davon ist technisch. Kein Klettern, keine Ausgesetztheit, nichts Gefährliches. Es ist Treppensteigen, ohne Unterbrechung. Mehr nicht — und genau deshalb ist es anstrengend.
Also: Schaffe ich das?
Ein paar ehrliche Maßstäbe:
- Sie gehen gern zu Fuß und schaffen zehn Stockwerke ohne Pause → ja, das geht
- Schwierige Knie → das Problem ist der Abstieg, nicht der Aufstieg. Nehmen Sie Stöcke mit
- Mit Kindern → ab der oberen Grundschulzeit klappt es meist. Jünger: allein bis zum Heundeulbawi ist schon ein guter Tag
- Absoluter Anfänger → machbar. Planen Sie nur mehr Zeit ein — 5 bis 6 Stunden statt 4
Umkehren ist kein Scheitern. Bis zum Heundeulbawi und zurück sind zwei Stunden, die sich für sich genommen lohnen.
Die Route — wo sie ihren Charakter wechselt
Sogongwon → Sinheungsa (ca. 20 Min., eben)
Start ist Sogongwon in Seorakdong, wo der große Bronzebuddha steht. Breiter, flacher Weg — das ist das Aufwärmen.
Nutzen Sie hier die Toiletten. Weiter oben wird es damit schlagartig dünn.
Sinheungsa → Heundeulbawi (ca. 1 Std., stetiger Anstieg)
Waldweg dem Tal entlang. Es geht bergauf, aber nicht so, dass Ihnen die Luft wegbleibt.
Der Heundeulbawi, der „Wackelfels“, ist ein Block, der sich beim Anschieben ein wenig bewegt. Die Geschichte, die alle erzählen: Er bewegt sich genau gleich weit, ob einer schiebt oder zehn. Jeder versucht es, jeder macht das Foto.
Bis hierher sind es etwa zwei Stunden hin und zurück. Viele kehren hier um, und das ist eine völlig gute Entscheidung.
Heundeulbawi → Gipfel (ca. 1 Std., die Treppen)
Ab hier wird es ernst.
Stahltreppen, in den Fels geschraubt, eine nach der anderen. Es gibt fast keine ebene Stelle, die den Rhythmus bricht — und genau das macht müde.
Aber drehen Sie sich um, und Sie werden entschädigt. Je höher Sie kommen, desto weiter öffnen sich Sokcho und das Ostmeer hinter Ihnen. Wenn es zäh wird, drehen Sie sich oft um: eine legitime Ausrede für eine Pause — und die Fotos werden ohnehin dann am besten.
Der Gipfel
Auf einem der sechs Gipfel steht eine Aussichtsplattform. Nach allen Seiten offen: der Kamm des Seoraksan, die Stadt Sokcho und das Ostmeer auf einmal. An klaren Tagen sieht man bis ans Ende des Wassers.
Es ist windig. Selbst im Sommer ist es oben kühl.
Gebühren und Ausrüstung
| Nationalpark-Eintritt | Frei |
| Tempelgebühr Sinheungsa | Frei — im Mai 2023 abgeschafft |
| Parken | Etwa 6.000 Won |
In vielen älteren Blogbeiträgen steht noch, man müsse Tempeleintritt zahlen. Muss man nicht. Diese Information ist veraltet.
Mitnehmen:
- Wasser — mindestens ein Liter. Gehen Sie davon aus, dass unterwegs nichts zu kaufen ist
- Wanderschuhe oder Turnschuhe mit echtem Grip — es sind Treppen, und glatte Sohlen sind eine schlechte Idee
- Stöcke — unverzichtbar, wenn die Knie auch nur ansatzweise zweifelhaft sind. Der Abstieg fühlt sich damit völlig anders an
- Eine Windjacke — der Gipfel ist deutlich kälter als der Talboden
- Etwas zu essen — Gimbap schmeckt da oben erstaunlich gut
Wann losgehen
Früh starten — am besten zwischen 8 und 9 Uhr morgens.
Drei Gründe:
- Es ist kühler. Den Treppenabschnitt an einem Sommernachmittag hochzugehen, ist wirklich zäh
- Es ist leerer. Die Treppen sind schmal, und viele Leute erzeugen dort Stau
- Man sieht mehr. Dunst und Wolken bauen sich meist im Lauf des Nachmittags auf
In der Herbstlaubzeit (Mitte bis Ende Oktober) muss man noch früher los. Es ist die vollste Zeit am Seoraksan, und der Stau beginnt schon am Parkplatz. Über die Laubfärbung haben wir separat geschrieben.
Ulsanbawi oder Seilbahn?
Gleicher Ausgangspunkt, zwei völlig verschiedene Tage.
| Ulsanbawi-Aufstieg | Seilbahn am Seoraksan | |
|---|---|---|
| Dauer | 4 Stunden hin und zurück | 1–2 Stunden |
| Kondition | Erforderlich | Kaum nötig |
| Was man bekommt | Die Aussicht, weil man hinaufgestiegen ist | Die Aussicht aus der Gondel |
| Für wen | Wer laufen will | Ältere, Kinder, wer wenig Zeit hat |
Beides an einem Tag geht. Dann aber den Ulsanbawi zuerst und die Seilbahn am Nachmittag. Umgekehrt funktioniert es nicht — die Beine machen nicht mit.
Nach dem Abstieg
Gipfel und zurück bringt Sie meist gegen 13 oder 14 Uhr wieder nach unten. Und mit gewaltigem Hunger.
Von Seorakdong ins Zentrum von Sokcho sind es 15 bis 20 Autominuten. Wir liegen am Strand, ein Stück weiter.
Nach vier Stunden Treppen geht Kaltes am besten. Eine Schale Mulhoe wird das Leichteste sein, was Sie an diesem Tag essen — die Brühe kommt halb gefroren, und beim ersten Löffel verstehen Sie es.
Wenn jemand direkt vom Berg hereinkommt, merken wir das meistens. Es gibt da einen bestimmten Gesichtsausdruck.
Zur Karte · So finden Sie uns · +82-33-635-4488
Direkt am Strand von Sokcho · 3 Gehminuten vom Express-Busterminal · großer kostenloser Parkplatz
Auch lesenswert
